2. Tag: Kursk von oben (2)

…nach unserem Ausflug auf das Dach des Hotel Kursk nutzen wir den restlichen Tag dazu, die Umgebung von Kursk zumindest kurz zu erkunden:

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Mein Großvater war ja in einem Wald bei Kursk mit Achsenbruch liegengeblieben. Er schreibt in seinem Brief vom 12. Juli 1942:

„Wir liegen jetzt mit unserem Wagen allein im Wald und werden wahrscheinlich einige Zeit von unserer Einheit getrennt sein. Eine neue Achse war in der Stadt nicht zu beschaffen. Nun müssen wir warten, bis wir abgeschleppt werden, das kann eventuell noch lange dauern. Ich finde das mal ganz interessant.“

Über Land und Leute macht er gut 6 Wochen nach seiner Ankunft in den „Bloodlands“ des Zweiten Weltkriegs folgende Beobachtungen:

„Ich bin jetzt schon ziemlich in Rußland rumgekommen und habe ein Bild von dem Sowjetparadies bekommen. Du machst Dir keine Vorstellung, in welchen elenden Behausungen die Menschen hier leben. Einfache, halb verfallene Strohhütten sind die Behausungen. Dazwischen leben halb verhungerte Menschen in zerrissenen Kleidern. Auf den Feldern und in den Wäldern treiben sich wild aussehende Kinder, die scheinbar keine Eltern und kein Zuhause haben, herum. Ich habe einen solchen Lausbuben mal fotografiert.“

Was er nicht weiß: An diesem Tag, dem 12. Juli 1942, soll er selbst Vater eines solchen „Lausbuben“ werden – der später genauso „vatersseelenallein“ im zerbombten Hamburg aufwachsen wird…

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Seine Einheit ist also bereits Richtung Südosten weitergezogen, die 4-köpfige LKW-Besatzung bleibt zurück – doch ungestört bleiben sie nicht:

„Hier ist rege russische Fliegertätigkeit. Jede Nacht ist die Bande da, dann müssen wir immer aus unserem Zelt heraus und in die Deckungslöcher springen. Da besudelt man sich so richtig mit Dreck. Aber besser das, als von einem Splitter getroffen werden.“ (14. Juli 1942)

Bereits in den vorangegangenen Tagen, als sie noch nicht allein waren, wurden sie anscheinend intensiv aus der Luft attackiert. Er berichtet:

„Vorgestern Nacht ist ein Russenbomber bei uns abgestürzt. Die Bombenlast ist Gott sei Dank nicht zur Entzündung gekommen. Unsere Offiziere wollten das Flugzeug mal in Augenschein nehmen, um es zu untersuchen und um Fallschirme dort zu finden. Aber die Waffen-SS war schneller und hat sich nachher alle angeeignet. Nur einem unserer Kameraden ist es gelungen, sich eine Pistole und einen schönen Ledergurt zu beschaffen. Die Sachen hat er den toten Russen abgenommen. So etwas brächte ich nicht übers Herz.“ (12. Juli 1942)

Wir haben uns nicht nur deshalb in die Umgebung von Kursk begeben, weil mein Großvater dort seine Zeit verbrachte (wo genau wissen wir nicht), sondern auch weil wir unserer eigenen Fliegertätigkeit nachgehen wollen: endlich unsere kleine chinesische Drohne das erste Mal im großen Russland fliegen lassen!

Uns mangelt es an Erfahrung und Training. Außerdem ist uns unklar, was Ordnungshüter dazu sagen könnten – also lieber weit weg von der Zivilisation!

Unsere ersten Versuche bleiben zaghaft, auch weil wir kaum Zeit haben – ein Dilemma, das uns die gesamte Reise hindurch begleiten wird…

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Die Schatten werden länger, die Nacht kündigt sich an, der 2. Tag geht zu Ende…

 


…ein einfacher Soldat berichtet seiner Familie tagesaktuell von seiner Reise durch Russland – hinein in den Kessel von Stalingrad.

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– 200 Tage –
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