3. Tag – Kursk und seine Geschichte (3)

Nach reiflichem Überlegen haben wir beschlossen, hier in unserem Fotoblog nun auch rohe Videozusammenschnitte aus dem langen Interview mit dem Kursker Historiker Sergej Nikiforow zu veröffentlichen. Dies erfolgt in naher Zukunft in mehreren Teilen, die verschiedene thematische Schwerpunkte haben werden…

Das Interview musste also bearbeitet werden, was die lange “Sendepause” erklärt. Heute werden wir es also erst einmal mit folgendem kurzen Ausschnitt versuchen, um zu sehen, ob das Material überhaupt auf Interesse stösst. In diesem ersten Teil geht es um die sehr persönliche Frage, warum Nikiforow sich speziell mit dem Zweiten Welt auseinandersetzt:

Was er uns in diesen nur 2 Minuten erzählt hat gleich vier (!) thematische Überschneidungspunkte mit den Briefen meines Großvaters:

1. THEMA: Partisanen

Bereits in seinem 2. Brief vom 7. Juni 1942 schreibt mein Großvater aus Babrujsk (Weissrussland), wo sich zu der Zeit die Offensivtruppen sammelten:

“Die Partisanen treiben hier sehr ihr Unwesen. Vor 2 Tagen hat unsere Wache wieder 2 Partisanen aufgegriffen. Auf unserer Fahrt zu unserem Reiseziel war die Bahnlinie gesprengt worden und ein Transportzug zum Umstürzen gebracht. Wenn die Partisanen gefasst werden, wird kurzer Prozess mit ihnen gemacht.“

Die Organisation der Partisanen schien in diesem 2. russischen Kriegssommer bereits recht schlagkräftig gewesen zu sein, denn nur sechs Tage später schreibt er in seinem 5. Brief vom 13. Juni 1942 vom gleichen Ort:

“Viel Schlaf hat man nicht, da man eine über die andere Nacht Wache stehen muß. Hier treiben sich nämlich viele organisierte Partisanenbanden herum, die schon des öfteren die Schienenstränge gesprengt haben.”

2. THEMA: Wälder von Briansk

Zwei Wochen später erfolgte der Abmarsch zur verhängnisvollen Offensive, die meinen Großvater durch das Briansker Gebiet in Richtung Kursk führte. Er schrieb in seinem 13. Brief vom 5. Juli 1942:

“Die Fahrt war ja teilweise interessant. Durch die heiß umkämpfte Gegend (Briansk und Orel) sind wir auch gekommen. Überall zerschossene Ortschaften und die Straßen von Soldatengräbern gesäumt. Es lief einem manchmal kalt über den Rücken.”

3. THEMA: Wasserversorgung

Im selben Brief führt er nahtlos fort:

“Augenblicklich liegen wir in einem Wald und sind gegen Fliegersicht gut getarnt. Wir leben hier wie die Zigeuner. Man hat nur das Bedürfnis, sich einmal richtig baden zu können. Der nächste Ort, wo es Wasser gibt, ist ein paar Kilometer entfernt. Täglich fährt ein Wagen dorthin, um Wasser zu holen. Den Luxus, sich jeden Tag zu rasieren, kann man sich jetzt nicht mehr erlauben. Du kannst Dir lebhaft vorstellen, wie wohl ich mich dabei fühle. Hoffentlich ist dieser verdammte Krieg nur bald zu Ende. “

4. THEMA: abseits der Straße, abseits der Einheit

In seinem 18. Brief vom 23. Juli 1942 – irgendwo zwischen Woronesch und Ostrogoschsk – erzählt er folgende Anekdote:

“Gestern hatte ich ein kleines Erlebnis Ich wollte zum Sch… und schlug mich seitwärts in die Büsche. Ich mußte zu diesem Zweck über einen Graben setzen und geriet dabei in einen Sumpf und sank bis Brusthöhe ein. Das Gelächter meiner Kameraden, die ich um Hilfe rief, kannst Du Dir vorstellen. Ich selbst musste aber auch lachen. Es war eine Menge Arbeit, bis ich meine Klamotten wieder sauber und trocken hatte.”

Im nächsten Videoausschnitt wird es um die Zeit gehen, wie Kursk im Herbst 1941, ein knappe Jahr vor der Anwesenheit meines Großvaters in der Stadt, von der Wehrmacht eingenommen wurde…

 



…ein einfacher Soldat berichtet seiner Familie tagesaktuell von seiner Reise durch Russland – hinein in den Kessel von Stalingrad.

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